Autor: Redaktion

DJM: „Mehr als nur die Jagd nach Schleifen“

Bunt – Besser – Badeborn

Am 29.07.2026 machten sich vier Jugendkadermitglieder aus Schleswig-Holstein „bewaffnet“ mit jeder Menge Motivation, Equipment und vor allem 10 wundervollen Ponys auf den Weg nach Sachsen-Anhalt. In Badeborn galt es 5 Tage lang ihr Bundesland bei den Deutschen Jugendmeisterschaften der Fahrer 2026 zu vertreten.

Schnell stellte sich heraus, hier geht es nicht nur um die Jagd nach Schleifen, sondern um wirkliches Team-Gefühl, Zusammenhalt und viel Freude beim Erleben von unterschiedlichen Prüfungen, Hausforderungen, Erfolgen und auch Pechsträhnen.

Die Zeit in Badeborn hielt wirklich alles bereit, was ein Turnier nur bieten kann. Von zeitweise über 30°C Außentemperatur (zum Glück nur am Theorie- und Vormuster-Tag), bis hin
zu überraschenden Erfolgen, durch technisches Pech verhinderte Platzierungen, Partygefühl am Abend und Unwetter– es war alles dabei.

Ein großer Dank geht direkt an dieser Stelle an das Organisationsteam des Reit- und Fahrvereins Badeborn e.V., welches ein wirklich tolles Turnier auf die Beine gestellt hat, das zumindest für unser Team aus Schleswig-Holstein in die Geschichte der Fahrsportveranstaltungen eingehen wird.

So unterschiedlich die Ergebnisse unserer einzelnen Kadermitglieder auch waren, so groß war der Zusammenhalt im Team. Hier wurde jedes Teammitglied von allen anderen am Rand angefeuert und unterstützt, wie man es sonst auf keinem anderen Turnier erlebt.

Teresa Lamp (Brodersdorf) trat als älteste und erfahrenste Fahrerin mit ihren Ponys Kalif Hassan, Madita, Arvalon Paris Hilton, Kimba und Kenai in der Wertung Pony 4Spänner U25 der Klasse M an. Sie musste sich in diesem Jahr nicht nur der, technisch betrachtet, schwierigsten Herausforderung eines 4-Spänners, sondern auch einer extrem starken Konkurrenz stellen. Bereits in der ersten Prüfung, dem Vormustern, konnte sie mit ihrem 5. Pony Arvalon Paris Hilton den 2. Platz einstreichen. In der Dressur und im Gelände lief es dann nicht ganz optimal, aber das abschließende Kegelfahren brachte die Wendung. Hierdurch konnte sie auch in diesem Jahr eine schöne 4. Platzierung in der Kombiwertung einfahren und am Ende des Turniers mit Schleswig-Holstein-Flagge die Ehrenrunde absolvieren. Außerdem waren sie und ihre Familie als erfahrene DJM-Absolventen für alle anderen immer mit Rat und Tat und dem passenden Insiderwissen zur Stelle, so dass alle „Anfänger“ ohne Anfängerfehler durch das Turnier kamen.

Leif Wilken-Mohr (Brunsbüttel) trat mit seinem 2-Spänner in der Wertung U18 Klasse A an. Seine beiden Shettys Daisy und Trappelfööts Sweetheart waren mit ihren „Trappelfüßen“ wirklich ein Hingucker. Die Prüfungen Dressur und Gelände liefen zunächst noch nicht optimal. Im Kegelfahren konnte aber auch er entscheidend aufholen und am Ende mit einer Platzierung die Fahne auf seiner Kutsche um den Fahrplatz fahren.

Elisabeth Kirchner (Schenefeld, Kreis Pinneberg) durfte direkt mit 2 Gespannen in der Wertung Pony 1-Spänner Klasse A U18 antreten, wobei trotz toller Leistungen mit Gepann Nummer 77 ( mit Amor van de Prinsenhof, genannt Stuppel) direkt nach der Dressurprüfung feststand, dass Gepann Nummer 78 mit dem Deutschen Reitpony Grenzhoehes My Choice (genannt Herzi), die Meisterschaftswertung bestreiten würde. Als erst seit 2 Jahren überhaupt im Kutschefahren involvierter „Newbee“ konnte sie in jeder absolvierten Prüfung eine Platzierung einfahren und durfte am Ende in der kombinierten Wertung sogar als Top-Ten mit Herzi ein Schleifchen entgegennehmen.

Leni Vieten (Waldenau, Kreis Pinneberg) ging als jüngste Teilnehmerin des Jugendkaders mit ihrer Welsh B Stute Starpower Swetlana, genannt Sweety, in der Wertung Pony 1Spänner Klasse A U14 an den Start. Hier war der Name Programm. Optisch glänzten die beiden auf ganzer Linie und im Gelände zeigte dieses Gespann eine riesige Leistung. Alleine im Wasserhindernis fuhr Leni eine der schnellsten Zeiten und wurde dann leider durch einen technischen Defekt an ihrer Kutsche im letzten Hindernis ausgebremst. Trotzdem fuhr sie eine tolle Deutsche Jugendmeisterschaft und zeigte, was in der doch schon 20-Jährigen Sweety und ihr als Fahrerin steckt.

Nicht zuletzt für den Zusammenhalt des Teams verantwortlich war die Teamführerin Jutta Weidenthal. Einen herzlichen Dank auch an sie für all die Organisation, das Updaten und  die zwei helfenden Hände, sobald irgendwo Anpacken erforderlich war.

Die Vorfreude auf die nächste DJM 2027 steigt schon jetzt. Stattfinden wird diese dann in Ichenheim/Baden-Württemberg und selbstverständlich auch gerne mit noch mehr jugendlichen Fahrern aus unserem schönsten Bundesland der Republik. Übrigens – auch abseits der Deutschen Jugendmeisterschaft wird das Teamgefühl fortgeführt. Alle Teilnehmer der DJM 2026 aus Schleswig-Holstein werden auch am Turnier in Syke-Osterholz vom 28.8.-30.8.26 am Start sein. „TeamWork makes the Dream Work!“  (Text & Fotos: Michaela Kirchner)

Kutsche fahren wie Anno dazumal

Das historische Kutschefahren ist wegen der „Exklusivität“ auch unter Fahrerinnen und Fahrern immer noch nicht so ganz präsent. Es genügt nicht, „nur“ eine alte Kutsche aus der Garage hervorzuholen und ein bzw. mehrere Pferde davor zu spannen. Die Traditionell Kutschfahrenden können nicht nur selbst Kutsche fahren, sondern bringen quasi Geschichtskenntnisse mit: Sie müssen den Wagentyp nicht nur historisch einordnen können, sondern auch in einem guten, d.h. fahrbaren Zustand bewegen und darüber hinaus das passende Kostüm und möglichst zeitgemäßes Geschirr für das Pferd nutzen. In Dänemark wird diese Form des historischen Kutschfahrens hochgeschätzt; dementsprechend werden mehr Turniere und Ausschreibungen für Rundfahrten organisiert. Bewertet werden Pferd oder Pony, ein- oder mehrspännig, der Wagen, die Fahrer und Beifahrer in dazu passenden Kostümen, das Geschirr und Zubehör. Daraus ergibt sich ein Gesamteindruck, der bewertet wird.

Hier im Kreis Rendsburg/Eckernförde war eine solche Veranstaltung von Thomas Leber am Sonntag, 15.9., organisiert worden. Bei strahlendem Sonnenschein und vor bester Kulisse, nämlich dem Start- und Zielpunkt Gut Bossee mit den Zwischenstationen Gut Höbek und Emkendorf nahmen 11 Gespanne nahmen unter anderem eines aus Dänemark, teil. Die Strecke belief sich auf rund 20 Kilometern, wahlweise 15 Kilometer ohne die Zwischenstation Gut Höbek. Eine besondere Herausforderung vor dem Hintergrund, dass die alten Kutschen schwerer und die Kleidung von Fahrern und Beifahrern unbequemer als heute sind.

In entspannter Atmosphäre plauderten die Fahrer in den Stationspausen mit den Zuschauern und erzählten mehr oder weniger Wissenswertes aus dem historischen Fahren und ihre Beweggründe für diese schöne Freizeitbeschäftigung.

Am Ende der Rundfahrt wurden vier Gespanne von der Richterin Renate Schröder nach den oben genannten Kriterien ausgezeichnet. Die Preisträgerinnen und der Preisträger waren: Dagmar Wegner, Regina Behrend, Tanja Böhlmann und Svend Erik Raun. Als Sahnehäubchen wurden auch noch drei Sonderpreise für folgende Teilnehmer vergeben: Gesine Kloth für die weiteste Anfahrt, Svend Erik Raun aus Dänemark als internationaler Fahrer und Nadja Schüßler als jüngste Teilnehmerin. (Text: Dr. Verena Fink)

Bilderläuterung:


Bild 1: Auf Gut Höbek: Dagmar Wegner mit Hannoveraner Stute mit Phaeton mit Dach von 1860, dahinter: Svend Erik Raun mit dänischen Warmblütern mit einer Dog Cart von 1912.


2. Bild: Auf Gut Bossee: Miriam Mauroschat mit Gerstablüte, Schleswiger Kaltblut, mit Char-á-Bancs von 1912.


Bild 3. Die Preisträgerinnen und der Preisträger, Dagmar Wegner, Regina Behrend, Tanja Böhlmann, Svend Erik Raun (von rechts nach links) eingerahmt von Organisator Thomas Leber (links) und Richterin Renate Schröder (rechts)

Susan Gollmer: Erstes S Turnier mit den Ponys

MITGLIEDER BERICHTEN:

Lienen 2024
Unser erstes S Turnier mit den Ponys. Wir sind ohne Erfolgserwartungen nach Westfalen gefahren und sind positiv überrascht wieder nach Hause gekommen. Was für ein Wochenende. Top Bedingungen, tolle Hindernisse und gute Organisation. Das Wetter hat voll mitgezogen. 

Die Dressur war nett anzusehen aber noch ohne Highlight und wir wissen an was wir arbeiten müssen. Gelände begann gleich mit einem Wegschleudern des Wagens und einem Ball am ersten Hindernis. Trotzdem wurden wir Dritte in dieser starken Konkurrenz.

Sonntag dann der Kegelparcours. Anspruchsvoll und Zeit natürlich knapp bemessen. Viele Starter vor uns haben die Zeit nicht geschafft. Also Gas geben wo immer es ging. Am Ende fiel ein Ball und die Zeit blieb bei 156 stehen.

Bis zum Ende haben wir gezittert, die starken Fahrer kamen ja alle erst noch. Es war unfassbar, bei dem ersten Start in dieser Klasse direkt einen Sieg einzufahren. Die Düsenjäger im Kleinformat haben alles gegeben und ich bin immer wieder begeistert von meinen Ponys. Sie bringen einfach Spaß. Danke an meine Beifahrerin Karoline Schwarz.

 

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